Das interkulturelle Gartenprojekt gedeiht

Das interkulturelle Gartenprojekt mit Geflüchteten wächst und gedeiht

Sieben Flüchtlingsfamilien in Wiehl mit über 40 Angehörigen können in diesen Tagen den ersten Salat aus eigener Erzeugung ernten. Die knackigen Bio-Salate wachsen in Hochbeeten und Gärten, die seit dem zeitigen Frühjahr mit tatkräftiger Unterstützung einheimischer Gärtnerinnen und Gärtner unmittelbar bei ihren Unterkünften in Bielstein, Morkepütz, Wiehl und Oberwiehl angelegt worden sind. Blumen und Kräuter, Kohl und Tomaten, Zwiebeln und Kartoffeln, Mangold, Zucchini, Auberginen und Paprika tragen zur Selbstversorgung bei.

Etwa 5000 Pflänzchen hat Bio-Gartenfachmann Franz Meuter gemeinsam mit Geflüchteten und Mitgliedern des interkulturellen Gartenprojektes in seinem Gewächshaustunnel vorgezogen und an die verschiedenen Standorte verteilt. Dort werden sie jetzt liebevoll gepflegt. Bis es so weit war, gab es nach den ersten beiden Treffen im Winter viel Arbeit – und erfreulich viel Unterstützung aus der Bevölkerung. Kompost, Mutterboden und Pferdemist mussten anhängerweise besorgt und ausgebracht werden. Biobauer Ufer aus Bierenbachtal spendete Saatkartoffeln, Mitglieder der Initiative stellten Gartengeräte oder Stauden zur Verfügung, eine Firma spendetet Paletten, Freunde gaben Geld für Holz und Schrauben, Vermieter erlaubten großzügig, dass ihr Rasen im Vorgarten umgegraben und in Gemüsebeete verwandelt wurde.

Für die Familien aus Syrien, dem Libanon und Afghanistan ist dabei manches neu. Wann genau sollte Kopfsalat geerntet werden? Wie etwa bereitet man Mangold zu? Wie werden Paprika und Auberginen im vergleichsweise kühlen deutschen Klima gedeihen? Wachsen hier auch Kichererbsen? Welches fremde Unkraut muss gejätet werden? Was tun gegen gefräßige Schnecken? Und wie wird der Koriander wachsen, den Franz Meuter auf besonderen Wunsch ins Sortiment aufgenommen hat? „Für unsere Küche ist Koriander unentbehrlich“, so der gelernte Elektriker Emad F. aus Syrien, der leidenschaftlich gerne kocht und davon träumt, hier ein Spezialitätenrestaurant zu eröffnen. Aber bis dahin ist der Weg noch weit. Vorerst heißt es, in der Fremde ankommen, möglichst viel Deutsch lernen und warten – genau wie beim Gärtnern auch. Beziehungen und Pflanzen wachsen langsam und wollen gepflegt sein.

Gemeinsam „ackern“, feiern, lernen“

Im Neu-Land ankommen und Wurzeln schlagen, dazu will das interkulturelle Bio-Gartenprojekt gerne beitragen, das aus der BI Oberberg Süd hervorgegangen ist und zur Flüchtlingshilfe Wiehl gehört. Denn gemeinsames Gärtnern verbindet. Das wurde etwa deutlich, als Einheimische und Geflüchtete im März trotz Regen, Kälte und Sprachbarriere gemeinsam das erste Hochbeet zimmerten. „Dabei haben wir die Gastfreundschaft der Neu-Wiehler genossen, denn zum Aufwärmen boten uns die Frauen heißen Tee und leckere Plätzchen“, erinnert sich ein Mitglied des Gartenprojektes.

Natürlich wird nicht nur „geackert“, sondern auch gefeiert. Beim ersten interkulturellen Sommerfest in Großfischbach sorgten ein leckeres, gut bestücktes Mitbringbuffet und Lieder zur Gitarre für gute Laune und Kontakt. Dabei zeigte sich, dass Lernen keine Einbahnstraße ist. „Wie antwortet man auf ‚Salam Aleikum‘?“ Eine Frage, auf Muhammad. nach nur 8 Monaten Schulbesuch in Wiehl problemlos auf Deutsch antwortet. Und Was heißt eigentlich ‚Aubergine‘ auf Arabisch?“. Gut dass es für solche Fragen das Smartphone gibt, das für Geflüchtet so etwas wie die Nabelschnur in die Heimat und unentbehrlich zur Orientierung in Deutschland ist. Emad F. etwa öffnete bei solchen Fragen seine deutsch-arabische Bilder-App. Die zeigt Gemüse und Früchte und benennt sie in zwei Sprachen. „Meine Güte, ist es schwierig, sich den arabischen Namen zu merken. Und ihr müsst alle Worte neu lernen“, so das Echo des arabisch-deutschen Schnellkurses am Rande des Festes.

Weitere Lern- und Begegnungsmöglichkeiten sind deshalb angedacht. Geplant ist etwa ein Erntedankfest im Herbst. Im familiären Rahmen wollen die „Gartenpaten“ mit „ihren“ Geflüchteten die für sie zum Teil unbekannten Gemüsen wie Mangold oder Grünkohl zubereiten. – Und Emad F. hat schon zum Fest mit syrischen Spezialitäten eingeladen – natürlich auch mit Koriander!

Text: Karin Vorländer

 

Menschenkette gegen Rassismus in Gummersbach

Der Verein „Oberberg ist bunt – nicht braun“ und die Nümbrechter Ortsgruppe von „Terre des Hommes“ rufen zu einer Menschenkette gegen Rassismus, für Menschenrechte und Vielfalt auf.

Samstag, 18.6.2016 ab 12:00 Uhr auf dem Lindenplatz in Gummersbach

Die Aktion wird bis etwa 13:00 Uhr dauern.

„Oberberg ist bunt“ schreibt dazu: „Doch da geht noch mehr, wenn ihr alle als Multiplikatoren wirkt: Sprecht Vereine, Gruppen, Parteien, Religionsgemeinschaften an, damit sie sich beteiligen!
Wer eine gute Idee für Punkte in Gummersbach (Stadtkern) hat, die durch die Kette verknüpft werden können, soll sie bitte melden. Am besten natürlich direkt mit einer Gruppe Menschen, die am 18. Juni die Verbindung mit diesem Punkt bilden können. (Beispiele könnten das Jugendzentrum, der Gedenkstein für die Familie Simons, die Kirchen, Halle 32 oder die „Schwalbe-Arena“ sein –  wenn sich Leute finden, die die Kette entsprechend lang machen.) Vielleicht kann aus der Kette ja auch ein Stern werden.
Es ist also alles im Fluss – wie groß der Erfolg wird, hängt davon ab, wie weit ihr die Idee hinaus tragt.“

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Aufruf des Klimabündnisses zur Demo gegen TTIP und CETA

Das „Klimabündnis Oberberg“ ruft auf zur:

Demonstration in Hannover am Samstag den 23.April 2016

Ende April beginnt in Hannover die weltweit bedeutendste Industriemesse. TTIP wird dort ein großes Thema sein, denn die Großkonzerne begeistern sich dafür. Millionen Menschen und auch viele kleine und mittlere Unternehmen lehnen das Abkommen jedoch ab. Darum kommen Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Obama zum Messe-Auftakt: Sie wollen für TTIP die Werbetrommel rühren.

Und nicht nur TTIP, auch CETA wird in Hannover Thema sein. Das EU-Kanada-Abkommen gilt als Blaupause für TTIP, die Ratifizierung soll in diesem Jahr beginnen. Mit CETA droht uns TTIP „durch die Hintertür“.

Ein breites Bündnis ruft zur Demo auf gegen TTIP & CETA. Damit auch wir Oberberger daran teilnehmen können, bietet freundlicherweise „Attac- Siegen“ uns Oberberger ein Busmitfahrmöglichkeit an. Der Bus startet in Siegen an der Siegerlandhalle.

Hier die Abfahrtszeiten und die Zusteigemöglichkeiten:

Abfahrt Zusteige-Ort
07:00 Uhr Siegen, Siegerlandhalle
07:25 Uhr Wenden, Park & Ride Parkplatz  A29 , BAB A4 
07:35 Uhr Olpe, Busbahnhof
08:00 Uhr Lüdenscheid, Park & Ride Parkplatz  an der Abfahrt A14, BAB A45 


Die Fahrtkosten betragen pro Person 25 €, ermäßigtes Ticket 10€, Soliticket 30 €.
Eine Anmeldung ist bei Anita Beyer unter der E-Mail Adresse siegen@attac.de möglich.
Bei der Anmeldung bitte den Zusteige-Ort und die Personenzahl angeben.
Bitte 10 Minuten vor der Abfahrt am Zusteigeort anwesend sein!

Die Rückkehr von Hannover ist für 17:00 Uhr vorgesehen.

Achtung, bitte beachten:

Aufgrund der großen Nachfrage ist der Siegener Bus mit 50 Personen derzeitig ausgebucht. Um den Siegener Bus zu entlasten, bieten der BUND OBERBERG, das Bündnis STOP TTIP Siegerland und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband Oberberg einen zweiten Bus nach Hannover an:

Abfahrtszeiten:

ab Gummersbach-Dieringhausen, Bhf: 7:30 Uhr
ab Meinerzhagen,ZOB: 8:00 Uhr
ab Lüdenscheid Park&Ride nur eventuell (bevorzuge Siegener Bus!)
Rückfahrt von Hannover 17:00 Uhr Ankunft Gummersbach-Dieringhausen: 19:30 Uhr
Kosten ungefähr nach solidarischer Möglichkeit: pro Person: ca. 25 € ?
ermäßigtes Ticket: ca. 10 € ?
Soliticket: 30 €.

Ostermarsch Oberberg 2016

Auch in diesem Jahr finden wieder Ostermärsche statt. Die BürgerInneninitiative Oberberg Süd für den Atomausstieg und die Energiewende  ruft gemeinsam mit Ostermarsch Oberberg ihre Mitglieder, Mitstreiter, Sympathisanten zur Teilnahme auf.

OSTERMARSCH OBERBERG 2016

Fluchtursachen erkennen
        Verantwortliche benennen
                Kriegsursachen beseitigen!

Rüstungsexporte stoppen, Atomwaffen ächten, zivile Lösungen schaffen!
Hunderttausende von Menschen suchen gegenwärtig in unserem Land Zuflucht, weil ihre Heimatländer durch Armut, Kriege und Terror unbewohnbar geworden sind.  Es wird von einer „Flüchtlingskrise“ gesprochen, als wären die Flüchtlinge Schuld an den Verhältnis­sen, vor denen sie fliehen. Die wahren Fluchtursachen sind die fortgesetzten Kriege in So­malia, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien; die Diktaturen z.B. in Eritrea.

Für diese Fluchtursachen ist Deutschland mit verantwortlich. Am deutlichsten wird das bei den unverminderten deutschen Rüstungsexporten für Oman, Katar und Saudi-Arabien. Aus Saudi-Arabien und der Türkei wird der „Islamische Staat“ unterstützt, dessen wichtigs­ter Nährboden der fortgesetzte Krieg in Syrien ist. Jede Waffe, die aus Deutschland gelie­fert wird, heizt kriegerische Auseinandersetzungen in der Region weiter mit an. Die Folgen be­treplakatr_ostermarsch_2016_vorschlagffen auch Europa direkt.

Wir fordern daher als Sofortmaßnahmen von der Bundesregierung die Zurücknah­me aller Genehmigungen für Rüstungsexporte in den Nahen und Mittleren Osten und von der EU ein striktes allgemeines Waffenembargo!

Wesentliche Fluchtursachen sind auch die erbärmlichen, ausbeuterischen Arbeits- und Lebensbedingungen in den Herkunftsländern. Die nationalen Volkswirtschaften wurden weitgehend zerstört. Das sind Bedingungen für Bürgerkriege und Terror. Die Europäische Union, in der Deutschland die führende Rolle spielt, hat genau wie die USA , Russland und China durch ihre Außenhandelspolitik den wirtschaftlichen Niedergang herbeigeführt.

Wir fordern faire Handelsbedingungen weltweit statt Profit durch Ausbeutung!

Wir beobachten mit Entsetzen, wie sich der Ungeist des Nationalismus bei uns in Europa wieder erhebt. Reaktionäre Nationalisten streben auch in EU-Ländern nach der Macht oder sind schon an den Regierungen beteiligt wie in Polen, in Ungarn, in Kroatien; darüber hinaus in weiteren Ländern des ehemaligen „Ostblocks“ wie der Ukraine und Russland.   Es ist traurig, dass der Nationalismus – ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert, das die Welt in zwei verheerende Kriege getrieben hat – sich wieder verbreitet. Ein Verbrechen ist, wenn Politiker diesen Nationalismus ausnutzen und als Teil ihrer „Geostrategie“ die Menschen gegeneinander hetzen.

Zum Beispiel für die Lösung des Ukrainekonflikts fordern wir eine vollständige De­militarisierung aller Konfliktparteien unter gemeinsamer Kontrolle der Vereinten Nationen und der OSZE! Anstelle von Kämpfen der Großmächte um Einflusssphären muss eine multilaterale Ordnung unter Leitung der UN mit Einbeziehung regionaler Oragnisationen treten.

Trotz aller Warnungen vor weiterer militärischer Eskalation gießt die Bundesregierung Öl ins Feuer, wenn sie die Bundeswehr jetzt auch in Syrien einsetzt. Wie bereits Afghanistan bewiesen hat, bremst das terroristische Aktivitäten nicht, sondern vergrößert nur das Blut­vergießen. Terror lässt sich nicht durch Krieg beenden.

Wir fordern von der Bundesregierung Verhandlungen und andere zivile Konflikt­lösungen sowie die Beendigung aller Bundeswehreinsätze im Ausland!

Ein Kernanliegen des Ostermarsches ist die Abschaffung der Atomwaffen. Dies ist nach wie vor aktuell: zur Zeit ersetzen die USA ihre bisherigen Atomwaffen durch neue, noch gefährlichere. Dies betrifft auch die in Europa stationierten Sprengköpfe. Seit 2010 fordert ein Bundestagsbeschluss, sämtliche US-Atom­waffen aus Deutschland abzuziehen. Dennoch verhält sich die Bundesregierung bis heute verantwortungslos und gibt ihre „nu­kleare Teilhabe“ nicht auf – obwohl der Einsatz von Atomwaffen das Ende dieser Welt be­deuten kann.
Wir fordern: Atomwaffen abschaffen statt modernisieren!

Als Ostermarsch Oberberg erklären wir: Krieg beginnt bei uns, beginnt auch in NRW. Er beginnt in der NATO-Kommandozentrale in Kalkar, in Rüstungsbetrieben wie Rheinmetall in Düsseldorf, in der Urananreicherungsanlage in Gronau oder in Schulen und Universitä­ten, in denen die Bundeswehr Nachwuchs wirbt.

Von unserem Land muss Frieden ausgehen – ohne Rüstungsprodukte, ohne Bun­deswehr – aber mit dem Willen, aus dem menschenverachtenden Kreislauf von Herr­schaft, Rassismus und Krieg auszubrechen.
2016 ist das 30. Jahr nach der Reaktorkatastophe von Tschernobyl und das 5. Jahr nach der Katastrophe von Fukushima. Diese Ereignisse zeigen, wie wenig beherrschbar auch die zivile Nutzung der Atomenergie ist. Auch wenn in Deutschland der Ausstieg aus dieser Hochrisiko-Technologie beschlossen ist: Französische und belgische Reaktoren stehen dicht an unseren Grenzen. Und bei uns – in Gronau – wird Uran für Atomkraftwerke an­gereichert.

Wir fordern: Atomkraftwerke abschalten – bei uns und weltweit! Wenn wir es mit der Energiewende ernst meinen, darf in Deutschland weder Kernbrennstoff noch  Atom­kraftwerks-Technologie produziert werden.

Deshalb treffen wir uns am 26. März 2016 zum OSTERMARSCH OBERBERG
Auftakt 11 Uhr in Gummersbach-Niederseßmar (Am Alten Bahnhof)
Abschluss ab 12 Uhr auf dem Lindenplatz, Gummersbach-Innenstadt

Zweites Treffen des interkulturellen Biogarten-Projekts in Wiehl

WILLKOMMEN! * Welcome * Bienvenue * Hun bixer hatin Sima xer amey * Latscho diwes sintiwale e romale *Bine ati venit * Soo dhawaada *Mirë se erdhët Dobro dosli * Karibuni * hoşgeldiniz * ترحيبAaiye * padhariyeआइय *पधरए * সসগতSbāgata * добродошао * ողջույն *xoş *ميں خوش آمدید * පළගනම * வரவவறப * خوش آمد

Einladung zum zweiten Treffen des interkulturellen Biogarten-Projekts in Wiehl

Ort: Evangelisches Gemeindezentrum in Wiehl, Schulstrasse 2
Zeit: Mittwoch, 17.02.2016 um 19.00 Uhr

Nachdem am 20.01.2016 das erste Treffen für das interkulturelle Biogarten-Projekt in Wiehl erfolgreich stattgefunden hat, möchten wir Sie nun zum zweiten Treffen herzlich einladen.
Wir wollen gemeinsam mit Ihnen biologisch gärtnern. Wer Interesse hat, kann auch an dem Lehrbienenstand im Gemeinschaftsgarten die Imkerei erlernen.

Für neue Interessierte werden wir das Projekt noch einmal kurz anhand einer kleinen Fotoshow vorstellen, um dann mit Ihnen zusammen zu besprechen, wie es weitergehen soll.

Inzwischen hat eine Hausgemeinschaft in Oberwiehl tatkräftig mit dem Gärtnern angefangen, indem sie ein Rasenstück umgegraben und mit Mist bestückt haben. Der Bau von zwei Hochbeeeten dort ist schon terminlich geplant. Eine weitere Familie hat inzwischen das ok von ihrem Vermieter und wird nun auch loslegen.

Den in Wiehl-Mülhausen möglichen Gemeinschaftsgarten würden wir erst starten, wenn es dafür genügend Interessenten gibt.

Haben Sie auch Interesse, sich an diesem Gemeinschafts-Projekt zu beteiligen?
Dann freuen wir uns, Sie beim zweiten Treffen begrüßen zu können!

Wir sind gespannt auf Ihre Ideen, Wünsche und Vorschläge zu diesem Projekt.

Interkulturelles Gartenprojekt
in Zusammenarbeit mit der
Flüchtlingshilfe Wiehl

i.A. Franz Meuter und Isolde Werst
(Telefon: 02262 – 787 00 53 oder 01577 381 79 52)

Die Einladung in Englisch

 

Antiatomdemo in Lingen

Am Sonntag, 31.Januar 2016 fand im emsländischen Lingen eine Demonstration mit der Forderung KEINE BRENNSTÄBE FÜR BELGISCHE und FRANZÖSISCHE AKW  statt. Auch Mitglieder der BI Oberberg Süd für den Atomausstieg und die Energiewende waren dabei!

Lingen ist ein international bedeutender Atomstandort im niedersächsischen Emsland. Für das 28 Jahre alte AKW Emsland ist die Abschaltung erst 2022 vorgesehen. Die benachbarte, altersschwache Brennelementefabrik der französischen Atomfirma Areva soll sogar unbefristet weiterlaufen. Dort wird der „Treibstoff“ für Atomkraftwerke in aller Welt hergestellt. So werden u.a. das belgische AKW Doel und die französischen AKW Fessenheim und Cattenom mit atomaren Brennelementen aus deutscher Produktion betrieben – allesamt Hochrisikoreaktoren, die ähnlich wie auch Tihange in den letzten Jahren durch ihre häufigen Störfälle in die Schlagzeilen geraten sind.

In Lingen wird ständig neuer Atommüll produziert, der noch für Millionen von Jahren weiter strahlen wird. Die internationalen Urantransporte von und zur Brennelementefabrik gefährden darüber hinaus bundesweit die Menschen an den Transportwegen. Die Brennelementefabrik ermöglicht erst den Weiterbetrieb zahlreicher AKW weltweit. Ein Skandal, denn die deutsche Regierung schaltet zwar auf Druck der Bevölkerung deutsche Atomkraftwerke ab, ermöglicht aber durch die Lingener Hintertür weiterhin die Nutzung der tödlichen Technologie.

Deshalb fordern wir den vollständigen Atomausstieg und zwar jetzt!

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E-Bike statt (Zweit)Auto

Das Beste was mir 2015 passiert ist

Dass der TÜV mich von meinem Auto trennen würde, war absehbar. Es musste eine Alternative her. Lange schon war mir die Existenz von zwei CO2-ausstoßenden PKWs in unserem Haushalt ein Dorn im Auge. Also investierte ich in ein hochwertiges E-Bike und nicht in ein neues Auto. Seit Februar2015 fahre ich regelmäßig die 12 km zu meiner Arbeitsstelle in Wiehl mit dem Rad, dessen Akku ich mit Ökostrom meines Stromanbieters auflade.

Alle Ziele im Umkreis von 20 km rund um meinen Wohnort Malzhagen sind für mich problemlos zu erreichen Mit ein wenig Planung steuere ich auch Gummersbach und Engelskirchen an. Mit Hilfe der elektrischen Unterstützung kann ich es vermeiden, verschwitzt anzukommen. Die richtige (Schutz)Kleidung macht eine Fahrt bei jedem Wetter möglich. Nur bei akkuunfreundlichen Temperaturen unter -2 Grad Celsius und bei Eis und Schnee fahre ich Bus und laufe. So komme ich sogar im Winter immer an die frische Luft.

Natürlich gibt es auch Aspekte, die nicht ideal sind: das An-und Ausziehen der Schutzkleidung braucht Zeit und nervt manchmal. Die Busse im Oberbergischen fahren viel zu selten und die Tickets sind teuer. Kein Problem ist dagegen der Transport von Einkäufen oder anderen Dingen, denn mit einem E-Bike spüre ich zusätzliches Gewicht kaum.

Insgesamt bin ich einfach begeistert: die Naturerfahrungen auf den von mir befahrenen Nebenstrecken sind jeden Tag und bei jedem Wetter ein Highlight. Ich wusste vorher gar nicht, wie viel Schönes ich verpasse, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit im Auto unterwegs bin. Außerdem ist es ein sehr gutes Gefühl, mi   Öko-Strom zu fahren: Mit jedem gefahrenen Kilometern spare ich 150 g klimaschädliches CO2 ein. Fazit: Der Umstieg aufs E:Bike ist das Beste, was mir 2015 passiert ist.

Wie schön wäre es, wenn sich noch viel mehr Menschen zum Wechsel vom Auto zum E-Bike entschlössen – und das auch –und gerade- in unserer ländlichen und schönen Region. Dabei könnten parallel Strukturen mit car-sharing und einem besseren Öffentlichen Personennahverkehr entstehen.
Für uns selbst und für die zukünftigen Generationen müssen wir lernen, mit den vorhandenen Ressourcen schonend umzugehen. So wichtig Ergebnisse von internationalen Klimaschutzverhandlungen sind, kommt es doch auf das Verhalten jedes Einzelnen an.

Text: Claudia von Wachtendonck

10 Milliarden – wie werden wir alle satt?

10_milliarden_vorschlagNümbrecht. Zum Film „10 Milliarden, wie werden wir alle satt?“ lädt die die BürgerInneninitiative Oberberg Süd für den Atomausstieg und die Energiewende am Donnerstag, den 10. März 2016 um 20 Uhr in die Aula des Schulzentrums Nümbrecht ein. Einlass ab 19 Uhr. Der Eintritt ist frei!

In seinem mit dem „Prädikat besonders wertvoll“ ausgezeichneten Film spricht Regisseur Valentin Thurn mit Machern aus der industriellen und der bäuerlichen Landwirtschaft, trifft Biobauern, Tierfutterproduzenten, besucht Nahrungsmittelbörsen und Forscher, Düngerproduzenten, Laborgärten sowie Fleisch- und Fischproduzenten. Schnell wird deutlich, dass es zwei miteinander unvereinbare Strategien gibt, mit denen Ernährungssicherheit gewährleistet werden soll.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Nümbrechter Kino AG „Film ab“ und dem Institut für Welternährung statt, dessen Vorstandssprecher Dr. Wilfried Bommert Nümbrechter Bürger ist.

In der Pause, in der es Snacks und Getränke gibt, stellen sich regionale alternative Lebensmittelproduzenten vor. In der anschließenden Gesprächsrunde zum Film steht Wilfried Bommert als Gesprächspartner auch für kritische Fragen zur Verfügung.

Am Vorabend des 11.März, an dem sich die immer noch andauernde Atomkatastrophe von Fukushima zum 5. Mal jährt, legt dieser Film auch die Frage nahe, wie Energiewende, Ernährungswende und Agrarwende zusammengehören. kv

Mehr Infos zum Film auf der Website des Regisseurs

Zum Institut für Welternährung